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Joel Alt stellt neue Weichen  

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Joel Alt hat ehrgeizige Ziele und will diese fortan noch fokussierter verfolgen. Der 16-jährige Berger Tennisspieler hat die Fortsetzung seiner kaufmännischen Ausbildung auf unbestimmte Zeit verschoben und wird ab Sommer in der Swiss Tennis Academy in Biel trainieren.  „Einen Plan B zu verfolgen und neben dem Sport eine Ausbildung zu machen, ist ein guter Kompromiss.“ Im Tennis-Spitzensport vertrage es aber keine solchen, ist Tennisexperte Heinz Günthardt überzeugt. Gleiches sagt Alessandro Greco, Leiter Spitzensport bei Swiss Tennis: „Nach der obligatorischen Schulzeit gibt es keine Zwischenlösungen mehr. Echter Spitzensport und Schule sind im Tennis sehr schwer zu kombinieren.“ Der Thurgauer Youngster Joel Alt, der im letzten Sommer das Sport-KV begonnen hat, kann diese Aussagen nur bestätigen: „Entweder macht man in der Ausbildung grosse Abstriche oder das Training kommt zu kurz.“ Der 16-Jährige hat sich deshalb entschieden, seine Lehre abzubrechen und ganz auf die Karte Tennis zu setzen. „Ich will noch härter an meiner Physis arbeiten und muss kräftiger wie auch beweglicher werden.“ Dies sei neben dem intensiven Techniktraining, täglichen Konditionseinheiten und internationalen Turnieren auf der höchsten Juniorenstufe ein Vollzeitjob.  „Eine berufliche Ausbildung kann ich auch in einigen Jahren noch beginnen. Meine nächsten Schritte im Tennis lassen sich hingegen nicht verschieben.“ Verpasse man diese, sei der Körper für die ATP-Tour nicht bereit, ist der mehrfache Thurgauer Meister überzeugt.
Die Zeit ist reif
„Ich hatte in den letzten acht Jahren an der Nationalen Elitesportschule Thurgau hervorragende Bedingungen. Aber nun ist die Zeit reif für eine Veränderung“, sagt der Angriffsspieler. Ab Juli wird Joel Alt in der Swiss Tennis Academy in Biel trainieren und dort wie viele weitere Vollzeittennisspieler intensiv betreut werden. Mit Sprachkursen in Englisch und Französisch will das ehrgeizige Talent den wettkampforientierten Alltag abrunden. „Joel hat ein gutes Niveau und Potenzial“, sagt Swiss Tennis National Coach Roland Burtscher, der den Thurgauer in den nächsten Monaten nicht nur in der autonom geführten Akademie sieht, sondern auch in Trainings im Nationalen Leistungszentrum einbauen will. Gelingt es dem Berger, bei diesen sporadischen Auftritten und auf Auslanddelegationen Zeichen zu setzen, hat die nationale Nummer sechs des Jahrgangs 1999 Chancen, in ein Swiss Tennis Kader aufgenommen zu werden.
Der Weg ist lang
Joel Alt ist nicht nur talentiert, sondern auch ein Kämpfer, der kein Spiel verloren gibt, viel Herzblut hat und mit grossen Emotionen spielt. Dass der N4-Spieler auf gutem Weg ist, hat er mehrfach bewiesen. Auf der Tennis Europe Tour gelangen ihm bei den Unter-14- und Unter-16-Jährigen wichtige Achtungserfolge. Bei internationalen U18-Turnieren (ITF) mit Jahrgang 1999 immer noch bei den Jüngeren, konnte er in den letzten Monaten mehrfach starke ausländische Gegner schlagen. Im Doppel stand der starke Netzspieler an Turnieren in der höchsten Juniorenkategorie dreimal in den Halbfinals und schaffte es kürzlich in Montenegro an der Seite von Brian Bencic in das Finale eines sehr gut besetzten ITF-Turniers. „In den kommenden Monaten möchte ich mich auf der Weltrangliste der Junioren hocharbeiten und mich im nächsten Jahr für Junioren-Grand-Slam-Turniere qualifizieren“, sagt der NLC-Hörnli-Spieler. Neben der mentalen und körperlichen Weiterentwicklung wird es aber auch entscheidend sein, ob es ihm gelingt, Sponsoren an Land zu ziehen. Denn seine Eltern haben mit dem jüngeren Jérôme, der in seinem Jahrgang ebenfalls zu den zehn Besten des Landes gehört, einen zweiten Sohn mit grossem Potenzial.
Marie-Theres Brühwiler
Bild von Mario Gaccioli
Joel Alt will in der Swiss Tennis Academy in Biel weitere wichtige Schritte machen.

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